„Ferne Wolken“ – der erste Teil der Allender-Trilogie ist erschienen

Nun ist der erste Teil der Allender-Trilogie vollendet und als eBook und Taschenbuch erhältlich. Ich habe die Allender-Trilogie vor einigen Jahren auf Englisch geschrieben und es flossen viele Eindrücke meiner Zeit in Philadelphia ein. Beim Übersetzen ins Deutsche war es für mich auch eine persönliche, fast nostalgische Freude, mich an diese Jahre in Philadelphia zu erinnern und die mir vertrauten Allenders wieder ganz neu kennenzulernen. Es war, als ob man gute Freunde, die man lange nicht gesehen hat, endlich wieder trifft und sich gleich fühlt, als ob man nie getrennt war.

Der Übersetzungsprozess bringt ganz neue Herausforderungen – so fiel z.B. der damals mit so viel Freude geschriebene irische Dialekt einer Person leider der Übersetzung zum Opfer. Dialekte lassen sich nicht überzeugend übersetzen. Es hat mich immer geschüttelt, wenn ich in deutschen Dickensausgaben las, wie Londoner Gassenjungen plötzlich mit Berliner oder – noch unpassender – bayrischem Dialekt sprachen.
Auch stellte sich die Frage nach der Ausführlichkeit von Hintergrundinformationen  – mein ursprüngliches amerikanisches Publikum kann verschiedene historische Informationen ganz anders zu- und einordnen, weil es gerade mit den auf den Bürgerkrieg zuführenden Geschehnissen durch Schule und Medien wesentlich vertrauter ist als die meisten Deutschen. Wie viel muss ich also nun erklären? Ab wann ist es zu viel? Zu ausführliche Hintergrunderklärungen unterbrechen eine Geschichte oft, zu wenig führen zu Verwirrung. Ich habe also einige Erklärungen hinzugefügt, aber – wie auch schon bei den Schönaus – öfter Mut zur Lücke bewiesen und gehofft, dass der Zusammenhang sich auch dann ergibt, wenn einzelne Details nicht bekannt sind. Ich hoffe, die amerikanischen Allenders so gut für das deutsche Publikum bearbeitet zu haben.

Bei den im Buch vorkommenden Sätzen „Die amerikanische Demokratie ist wertlos, wenn Wahlen manipuliert werden“ und „Eine Demokratie, die die Verfassung verletzt, ist ebenfalls wertlos“, geschrieben lange vor den Präsidentschaftswahlen 2016, war ich traurig überrascht, wie hochaktuell diese sich auf Ereignisse des Jahres 1856 beziehenden Sätze mittlerweile wieder geworden sind. Als ich sie damals schrieb, dachte man noch, George W. Bush wäre als Präsident das Übelste, was den Vereinigten Staaten je passieren könnte. Wie viel Raum da noch nach ganz, ganz weit unten war, wissen wir seit fast genau drei Jahren leider.

Auch persönlich war die Übersetzung und Überarbeitung des ersten Bandes der Allenders eine intensive Erfahrung. Im Buch sind Elemente meiner Vorfahren (z.B. der ungeliebte Sohn) und einige eigene Erfahrungen verwebt. Geschichtlich war es für mich eine weite Reise von den Schönaus, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland, in das Amerika des frühen 19. Jahrhunderts. Philadelphia, Kentucky, Mississippi und Texas, all diese Schauplätze gibt es bei den Allenders zu entdecken, das Schönau-Bildungsbürgertum macht Platz für den tatkräftigen Pioniergeist der Allenders. Beide Familien sind mir ans Herz gewachsen und ich hoffe, auch meine Leser werden an den Allenders ihre Freude haben. Der zweite Band, der die Allenders von 1861 bis 1882 begleitet, ist bereits in Vorbereitung und wird voraussichtlich im Frühling 2020 erscheinen.

 

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