Der 9. November in der Geschichte

Nun sind auch die beiden neuen Lovelybooks-Leserunden zu den Büchern der Schönau-Saga zu Ende. Es war erneut ein herrliches Erlebnis. Ich habe meine Erfahrungen aus meinen letzten Leserunden genutzt und diesmal die Bewerber sehr akribisch ausgewählt. Gut, auch hier gab es leider eine Teilnehmerin, die nach dem ersten Posting in der Versenkung verschwand, aber dafür gab es Teilnehmerinnen, die sich unglaublich toll eingebracht haben. Sehr überrascht war ich, als mehrere gleich zustimmten, nach der „Bürgerin aller Zeiten“-Runde gleich eine Runde mit Eigenexemplaren zu „Des Lebens labyrinthisch irrer Lauf“ anzuschließen. Es ist schon außergewöhnlich, dies mit Eigenexemplaren zu machen und war für mich ein anrührendes Zeichen dafür, daß ich engagierte Leser habe. Die Kommentare waren in beiden Runden fundiert und sehr hilfreich für mich, die Diskussion hat wieder Spaß gemacht (und nun werden schon die Darsteller für die Verfilmung in der Runde überlegt – das nenne ich Hingabe! 😉 ).

Eines der Themen war natürlich auch, daß der 9. November nicht nur als geschichtliche Komponente eine Rolle spielte, sondern auch der Geburtstag der Hauptperson Lotte war, was die zahlreichen Ereignisse an diesem Tag verknüpfte und für die 1989 spielende Rahmenhandlung eine große Rolle spielte. Die Häufung von geschichtlichen Ereignissen an dem Tag ist vielleicht nicht jedem auf Anhieb bewußt, oder bekannt, deshalb hier ein Überblick über fünf geschichtlich bedeutende Ereignisse am 9. November. Weiterlesen „Der 9. November in der Geschichte“

„Im Labyrinth des Schweigens“, Fritz Bauer und die Auschwitzprozesse

In Vorbereitung auf meinen nächsten historischen Roman, der in Frankfurt spielen wird, lese ich mich seit einer Weile intensiv in Hintergründe und Geschichte dieser Stadt ein, in deren unmittelbarer Nähe ich wohne. Es ist eine wahre Freude, Frankfurts Geschichte nun auch im Detail zu erfahren, denn ich gebe zu, lange kannte ich detailliert eher die Meilensteine Paulskirchenversammlung, Kaiserkrönungen, Luftangriff und natürlich die Jugendzeit Goethes. Das ist für einen geschichtsbegeisterten Menschen mit Wohnsitz im Taunus beschämend wenig, aber seit längerem lerne ich gerne und viel dazu und entdecke ganz neue Facetten Frankfurts.

Die Auschwitzprozesse waren mir natürlich ein Begriff, aber ich muß gestehen, ich wußte nicht, wie schwierig es war, sie überhaupt zu beginnen und welch einen Kampf gerade Fritz Bauer ausgefochten hat. Meine Generation wuchs damit auf, daß unser Land sich seiner Geschichte und seiner Verantwortung stellt. Es ist Menschen wie Fritz Bauer zu verdanken, daß diese Auseinandersetzung mit der Vergangenheit überhaupt erst begann. Weiterlesen „„Im Labyrinth des Schweigens“, Fritz Bauer und die Auschwitzprozesse“

Buchempfehlung: „Zerrissene Leben“

Ich bin immer froh, wenn Bücher über Geschichte die Perspektive der ganz normalen Menschen widerspiegeln und zeigen, wie deren Leben durch die Weltgeschichte beeinflußt wurde. Sehr gut gelungen ist dies in „Zerrissene Leben„, welches ich gerade beendet habe.

In „Zerrissene Leben“ begleiten wir zahlreiche Zeitzeugen durch das so unruhige 20. Jahrhundert. Es sind dies die in den 20er Jahren Geborenen, im Buch „Weimarer Kinder“ genannt. Auf gelungene Weise werden hier historische Fakten und Hintergrundinformationen mit den Stimmen der Zeitzeugen verbunden. Zahlreiche Zitate aus persönlichen Erinnerungen zeigen eindrucksvoll und auch unterhaltsam, wie die Menschen jener Zeit die Weltgeschichte erfuhren und wie sie ihr Leben beeinflußte. Der Titel „Zerrissene Leben“ ist hier sehr gut gewählt. Weiterlesen „Buchempfehlung: „Zerrissene Leben““

Buchempfehlung: Ein Akt der Vergebung

In Düsseldorf-Oberkassel befindet sich der angenehme, recht unauffällige Werner-Pfingst-Platz. Ich habe bei meinem Besuch in Oberkassel den Namen des Platzes nicht bemerkt und hätte auch gar nicht gewußt, welch interessante Geschichte dahinter steckt. Zum Glück hat mir eine liebe Bekannte die Geschichte erzählt und mir dann das bemerkenswerte Buch „Ein Akt der Vergebung“ geliehen. Werner Pfingst ist ein ehemaliger Einwohner Oberkassels, dem es zum Glück gelang, der Nazidiktatur rechtzeitig in die USA zu entfliehen. Leider war dieses Glück nicht all seinen Familienangehörigen vergönnt und so berichtet dieses Buch über viele deutsch-jüdische Schicksale, einige davon sehr tragisch, einige mit glücklichem Ende. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die menschenverachtende Diktatur in eine deutsche Familie eingriff, sie auf ihr Jüdischsein reduzierte und sie dafür brutal verfolgte. Besonders beeindruckend ist es, daß dieses so sorgfältig recherchierte Buch die Arbeit dreier Gymnasialschülerinnen (der ehemaligen Schule Werner Pfingsts), eines Lehrers und eines Polizeibeamten ist. Unglaublich, was diese ungewöhnliche Kooperation an interessanten Fakten entdeckt und so gelungen in Buchform gebracht hat. Weiterlesen „Buchempfehlung: Ein Akt der Vergebung“