Buchempfehlung: Ein Akt der Vergebung

In Düsseldorf-Oberkassel befindet sich der angenehme, recht unauffällige Werner-Pfingst-Platz. Ich habe bei meinem Besuch in Oberkassel den Namen des Platzes nicht bemerkt und hätte auch gar nicht gewußt, welch interessante Geschichte dahinter steckt. Zum Glück hat mir eine liebe Bekannte die Geschichte erzählt und mir dann das bemerkenswerte Buch „Ein Akt der Vergebung“ geliehen. Werner Pfingst ist ein ehemaliger Einwohner Oberkassels, dem es zum Glück gelang, der Nazidiktatur rechtzeitig in die USA zu entfliehen. Leider war dieses Glück nicht all seinen Familienangehörigen vergönnt und so berichtet dieses Buch über viele deutsch-jüdische Schicksale, einige davon sehr tragisch, einige mit glücklichem Ende. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die menschenverachtende Diktatur in eine deutsche Familie eingriff, sie auf ihr Jüdischsein reduzierte und sie dafür brutal verfolgte. Besonders beeindruckend ist es, daß dieses so sorgfältig recherchierte Buch die Arbeit dreier Gymnasialschülerinnen (der ehemaligen Schule Werner Pfingsts), eines Lehrers und eines Polizeibeamten ist. Unglaublich, was diese ungewöhnliche Kooperation an interessanten Fakten entdeckt und so gelungen in Buchform gebracht hat. Weiterlesen „Buchempfehlung: Ein Akt der Vergebung“

Buchempfehlung: Blaubeeren vergisst man nicht

Die wirkliche Geschichte findet nicht in den Geschichtsbüchern statt, sondern im Leben der ganz normalen Menschen, die von der „großen“ Geschichte beeinflußt werden und oft genug unter ihr leiden. Das möchte ich in meinen Büchern vermitteln und genau deshalb lese ich auch Lebensbeschreibungen und Zeitzeugendokumente so gerne. Im Rahmen meiner Buchrecherchen habe ich viele solcher Bücher oder Webseiten gelesen, oft las ich mich fest, auch wenn ich die für mich notwendigen Informationen schon gefunden hatte. Zu faszinierend waren die Schicksale der ganz normalen Menschen, die von der Weltgeschichte oft völlig durcheinandergewirbelt wurden.

Als ich nun die Möglichkeit erhielt, die Lebenserinnerungen einer Dame zu lesen, die 1923 in Oberschlesien geboren wurde und im Krieg einen Wiener heiratete, ab dann in Wien wohnte, war ich natürlich gleich angetan. Eine solche Geschichte wäre ohnehin interessant, hier hatte ich aber noch einen persönlichen Bezug, denn mein Großvater wurde 1920 geboren, zeitlich also nahe dran und zwei meiner Großeltern sind in ehemaligen deutschen Ostgebieten (Galizien, Ostpreußen) aufgewachsen. Beim Lesen fand sich dann noch eine weitere Parallele zur Lagerhaft meines Großonkels. Es war also, ich gebe es zu, auch eine sehr emotionale Erfahrung, dieses Buch zu lesen. Aber auch wer diese Verbindungen zu der Geschichte nicht hat, sollte dieses Buch lesen, den es ist ein bemerkenswert persönliches Zeitdokument. Weiterlesen „Buchempfehlung: Blaubeeren vergisst man nicht“